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Finden Sie passende Detail­informationen zu den am häufigsten gestellten Fragen und lesen Sie die Klärung wichtiger Begriffe in Bezug auf die Luftbild­auswertungen auf Kampfmittel­belastung.

Muss eine Luftbildauswertung für ein Baugrundstück gemacht werden?

Eine gesetzliche Verpflichtung zur Durchführung einer Luftbildauswertung gibt es aktuell nicht. Wir empfehlen sie in jedem Fall. Die Kosten für eine fachgerechte Vorerkundung sind überschaubar, im Gegensatz zu den haftungsrechtlichen Folgen, falls es auf Ihrem Baugrundstück wegen Fahrlässigkeit zu Verletzungen oder tödlichen Unfällen durch unentdeckte Kampfmittel kommt.

Sind Verfahren zur Vorerkundung von Kampfmittelbelastung zertifiziert?

Es gibt deutschlandweit keine Zertifizierung, weder durch die zuständigen Behörden noch durch andere Institutionen oder Verbände. Sowohl die landeseigenen Kampfmittelräumdienste als auch die privatwirtschaftlichen Unternehmen, also auch wir, die sich mit der Luftbildauswertung auf Kampfmittelbelastung beschäftigen, verfahren nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik. Diese werden durch die jeweils zuständigen landeseigenen Behörden festgelegt, beständig erweitert und ergänzt.

Auf welcher Grundlage werden Gutachten erstellt?

Die Ermittlungsgrundlagen für unsere Gutachten sind im Wesentlichen die Aufklärungsbilder der alliierten Streitkräfte. Zusammen mit Archivunterlagen über Truppenbewegungen und Kampfhandlungen während des 2. Weltkriegs sowohl der alliierten Streitkräfte wie auch der deutschen Truppen, ergeben sie eine ausreichend große Datenbasis, um Kriegsauswirkungen in Bezug auf Gebäudeschäden, Kampfmittelverdachtsflächen und mögliche Blindgängerverdachtspunkte für alle Bereiche der Bundesrepublik Deutschland zu recherchieren. Weitere Quellen sind Landes- oder Stadtarchive, ausländische Archive sowie einschlägige Literatur.

Muss auch für einen Rückbau eine Luftbildauswertung durchgeführt werden?

Auch für den Rückbau von Gebäuden oder Verkehrsinfrastruktur ist es sinnvoll ein Gutachten anfertigen zu lassen. Gleiches gilt übrigens auch für Sanierungen. Durch die zu erwartenden Erschütterungen, wie auch durch Ramm- und Rüttelarbeiten, können chemische Langzeitzünder in Sprengbombenblindgängern ausgelöst werden.

Mein Grundstück wurde erst nach dem 2. Weltkrieg bebaut. Kann ich davon ausgehen, dass bei den früheren Bauvorhaben bereits alle potenziellen Gefahren durch Kampfmittel ausgeräumt wurden?

Die Vorgehensweise zur Kampfmittelvorerkundung und zum Umgang mit Kampfmittel bei Bauvorhaben gewinnt erst seit wenigen Jahren immer mehr an Bedeutung und die Einführung neuer Techniken ermöglicht neue Vorgehensweisen und den Gewinn neuer Erkenntnisse. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass durch frühere Bauvorhaben die potenzielle Kampfmittelbelastung bereits ausgeräumt wurde. Gegebenenfalls kann durch bereits durchgeführte Bauvorhaben sogar eine sekundäre Kampfmittelbelastung entstehen. Das bedeutet, dass Kampfmittel durch Erdbewegungen unbemerkt verlagert wurden.

Warum gibt es Luftbilder aus dem 2. Weltkrieg?

Nach den einzelnen Bombardements der Alliierten im 2. Weltkrieg wurden regelmäßig durch die britischen und amerikanischen Luftstreitkräfte Aufklärungsflüge durchgeführt, um die Auswirkungen der abgeworfenen Bombenlast zu überprüfen und zu dokumentieren. Die verwendeten Flugzeuge waren in der Regel mit mehreren Kameras ausgestattet, die hochauflösende Luftbilder der überflogenen Gebiete erstellten. Diese Aufklärungsbilder stehen uns heute nahezu flächendeckend für das gesamte Bundesgebiet zu Verfügung.

Was bedeutet Sicherheitsradius?

Ein Sicherheitsradius von 50,00 Metern um einen Sprengbombentrichter oder ein zerstörtes Gebäude ist ein in Baden-Württemberg und Bayern gebräuchlicher Standard, in anderen Bundesländern gelten andere Vorgaben. Dieser sogenannte Nahbereich wird grundsätzlich als bombardierter Bereich gekennzeichnet und unterliegt einer erhöhten statistischen Wahrscheinlichkeit für das Auffinden von Sprengbombenblindgängern. Dieser Bereich muss mit geophysikalischen Methoden weiter untersucht werden.

Wer trägt die Kosten für die Luftbildauswertung?

Die Kosten für die Luftbildauswertung trägt der Auftraggeber, also der Bauherr oder Grundstückseigentümer. Werden Verdachtsflächen ausgewiesen und muss eine Sondierung mit geophysikalischen Methoden vor Ort durchgeführt werden, müssen auch diese Kosten vom Auftraggeber übernommen werden.

Was sind Kampfmittel?

In der Begrifflichkeit „Kampfmittel“ sind sämtliche Gegenstände militärischer Herkunft oder Teile solcher Gegenstände, die Explosivstoffe enthalten oder aus Explosivstoffen bestehen zusammengefasst. Insbesondere zählen dazu Gewehrpatronen, Granaten, Bomben, Zünder, Minen sowie alle Arten von Spreng- und Zündmitteln. Auch die sogenannte Fundmunition, beispielsweise in Form von zurückgelassener, weggeworfener, versteckter, nicht verschossener oder vergrabener Handfeuerwaffen- und Gewehrmunition sowie nicht detonierter Hand-, Mörser- oder sonstiger Granaten ist hier eindeutig miteinbezogen, wie auch blindgegangene Sprengbomben aller Art, also auch Luftminen, Flammstrahlbomben und Brandbomben oder Teile davon.

Auf welcher Grundlage basieren unsere Preise?

Unsere Angebotspreise sind pauschale Fixpreise. Wir rechnen nicht nach Stunden ab. Der einmal zugesagte Preis wird von uns nicht nachverhandelt. Die Preisgestaltung richtet sich nach dem zu erwartenden Aufwand, der sich für uns über Lage und Größe des Untersuchungsgebiets sowie aus der notwendigen Recherchetiefe ergibt. Wir bieten Ihnen einen Preis, mit dem Sie verlässlich kalkulieren können.

Was ist unter multitemporal zu verstehen?

Multitemporal beschreibt den Umstand, dass in unsere Luftbildauswertungen das zu untersuchende Gebiet über einen längeren Zeitraum, meist über mehrere Jahre, mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Luftbilder analysiert wird. In der Regel liegen uns Bilder verschiedener Zeitschnitte vor, die von uns ausgewertet werden und ein zuverlässiges Gesamtbild ergeben.

Sind Kampfmittelgutachten keine hoheitliche Aufgabe?

In allen 16 Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland gibt es staatliche Stellen, meist sind es Kampfmittelräumdienste, die Luftbildauswertungen für Baugrundstücke anbieten. Diese Stellen sind jedoch aufgrund der hohen Anfragenzahlen oft überlastet und haben lange Vorlaufzeiten. Aus diesem Grund ist man in den meisten Bundesländern dazu übergegangen auch privatwirtschaftliche Unternehmen zuzulassen. Diese richten ihre Arbeitsweise nach den anerkannten Regeln der Technik des jeweiligen Bundeslandes.

Was geschieht, wenn eine Bombardierung meines Baugrunds festgestellt wird?

Wenn wir in unserem Gutachten festgestellt haben, dass ihr Baugrund in den Kriegsjahren 1940-45 bombardiert wurde, sind weitere Untersuchungen vor Ort durch ein dafür autorisiertes Unternehmen notwendig. Mittels geophysikalischer Untersuchungsmethoden wird der Baugrund sondiert, um weitere Hinweise für Fundmunition und blindgegangenen Sprengbomben zu finden. Bitte beachten Sie, dass für diese Untersuchungen weitere Kosten anfallen, die vom Grundstückeigentümer bzw. von dem Bauherrn getragen werden müssen.

Warum wird nicht bei jedem Bauvorhaben eine Luftbildauswertung erstellt?

Aus Sicherheits- und Haftungsgründen sollte jeder Bauherr für sein Bauvorhaben, egal ob Neubau, Rückbau oder Sanierung, eine Luftbildauswertung erstellen lassen. Erst in den letzten Jahren gab es eine Sensibilisierung für diese Problematik bei der Bauindustrie. In Deutschland werden jährlich immer noch ca. 5000 Sprengbombenblindgänger entdeckt und geborgen.

Kann die absolute Kampfmittelfreiheit meines Grundstücks durch eine Luftbildauswertung festgestellt werden?

Mit der Luftbildauswertung wird die erste Stufe der Vorerkundung auf eine mögliche Kampfmittelbelastung durchgeführt. Sie dient zur Einschätzung, ob das Belastungspotential im Untersuchungsgebiet erhöht ist oder nicht. Eine Bestätigung der Kampfmittelfreiheit ist mit dieser Stufe nicht möglich, da kleinere Kampfmittel wie etwa blindgegangene Panzerfäuste und Granaten auf den zur Verfügung stehenden Luftbildern aufgrund der zu geringen Auflösung nicht erkennbar sind. Die Bestätigung der Kampfmittelfreiheit kann nur durch eine flächenhafte Kampfmittelräumung mit entsprechendem Räumziel gewährleistet werden. Als Bauherr sind Sie mit einer Luftbildauswertung im Schadensfall trotzdem gesetzlich abgesichert, da Sie nicht fahrlässig gehandelt haben.

Mache ich mich strafbar, wenn ich meinen Baugrund nicht untersuchen lasse?

Nein, oder besser gesagt: Jein. Es kommt auf das örtliche Baurechtsamt an. Gibt es evtl. Vorschriften oder Verordnungen, die man beachten muss? Wenn Sie sich unsicher sind, erkundigen Sie sich bitte vorab bei den zuständigen Stellen. Grundsätzlich ist jedoch festzustellen, dass der Grundstückseigentümer bzw. der Bauherr für die Gefahren verantwortlich ist, die von seinem Grundstück ausgehen, auch für eventuell vorhandene Sprengbombenblindgänger oder andere Fundmunition. Kommt es zu einem Sach- oder Personenschaden, gelten nachfolgende Paragraphen: Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt nicht beachtet (Legaldefinition gem. § 276 BGB). Man unterscheidet die leichte bzw. grobe Fahrlässigkeit. § 308 StGB kennt mit dem Begriff der „Leichtfertigkeit“ eine gesteigerte grobe Fahrlässigkeit. Liegt Leichtfertigkeit vor und führt eine darauf zurückzuführende Explosion zum Tod eines Menschen, so kann der leichtfertig handelnde oder unterlassende Verantwortliche mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft werden.

Welches sind die zivilrechtlichen Vorgaben?

Aus zivilrechtlicher Sicht greift das Bürgerliche Gesetzbuch mit den §§ 823 ff.; 276; 278; 831. Der Anspruch auf Schadensersatz eines Geschädigten gegenüber dem Schädiger gilt auch dann, wenn Letzterer den Schaden durch Unterlassung oder Nichtverhindern herbeigeführt hat. Dies gilt auch für einen Grundstückseigentümer oder Bauherrn, der bei vorliegendem Verdacht ein Baugrundstück nicht fachgerecht auf Kampfmittelbelastungen überprüfen lässt. Kommt es zu Personen- oder Sachschäden durch die Explosion von Kampfmitteln, haftet er für entstandenen Schäden.

Welches sind die strafrechtlichen Vorgaben?

Das Strafgesetzbuch behandelt mit dem § 308 Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und dem § 319 Baugefährdung die strafrechtlichen Vorgaben, falls es zur Detonation eines Blindgängers kommt. Auch der § 222 Fahrlässige Tötung und § 229 Fahrlässige Körperverletzung könnten zur Anwendung kommen. Die im § 319 StGB erwähnten „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ sind für den Fall der Kampfmittelproblematik in der DIN 18299 Abschnitt 0.1.17 geregelt.

Welche Verhaltensregeln gibt es beim Auffinden von Kampfmitteln?

Wenn es zum Fund oder zur Freilegung von Munition bzw. kampfmittelverdächtigen Gegenständen während des Baubetriebs kommt, ist höchste Vorsicht geboten. Folgende Verhaltensregeln müssen schon im Eigeninteresse der Beteiligten beachtet werden, um Gefahren zu vermeiden:

  • Die Kampfmittel oder die Munition darf auf keinen Fall aufgenommen oder gar bewegt werden.
  • Die Arbeiten im Gefahrenbereich sind augenblicklich einzustellen, der Gefahrenbereich muss von allen Anwesenden verlassen und weiträumig abgesperrt werden.
  • Die örtliche Polizeibehörde muss umgehend über den Fund informiert werden.
  • Die Ausdehnung des Gefahrenbereichs und evtl. weitere Maßnahmen sind mit dem zuständigen Kampfmittelbeseitigungsdienst notfalls telefonisch zu klären.
  • Bis zum Eintreffen des Kampfmittelbeseitigungsdienstes sind alle Personen von der Fundstelle fern zu halten.